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Der Eibenbaum

Dick Gaughan

The Yew Tree

A mile fae Pentcaitland, on the road tae the sea,
Stands a yew tree a thousand years auld,
The auld people swear by the gray o their hair
That it knows what the future will hold,
For the shadows of Scotland stand round it,
'midst the kail an the corn an the kye -
Aa the hopes an the fears of a thousand long years,
Under the Lothian sky.

My bonnie yew tree, tell me what did you see?

Did you look through the haze o the lang simmer's days,
Tae the south an the far English border?
Aa the bonnets o steel on Flodden's far field,
Did they march by your side in guid order?
Did you ask them the price o their glory
When you heard the great slaughter begin?
For the dust o their bones
Would rise up from the stones
Tae bring tears tae the eyes o the wind.

Did ye no think tae tell when John Knox himsel
Preached under your branches sae black
Tae the puir common folk who would cast off the yoke
O the bishops an priests fae their backs?
But you knew the bargain he sold them
An freedom was only one part,
For the price o their souls was a gospel sae cold
It would freeze aa the joy in their hearts.

Not once did you speak for the poor an the weak
When the moss troopers lay in your shade
Tae hide fae the thunder an count out the plunder
An share aa the spoils o the raid.
But you saw the smiles o the gentry
An the laughter o lords at their gains,
For when the poor hunt the poor across mountain an moor
The rich man can keep them in chains.

I thought as I stood an laid hands on your wood
That it might be a kindness tae fell you.
One kiss o the axe an you're freed fae the wracks
O the sad, bloody tales that men tell you.
But a wee bird flew out from your branches
An sang out as never before,
An the words o the song were a thousand years long
Let's learn them before many more.

My bonnie yew tree, tell me what do you see?

Der Eibenbaum

Eine Meile von Pentcaitland, auf dem Weg zum Meer,
Steht ein Eibenbaum, tausend Jahre alt,
Die alten Leute schwören bei dem Grau ihrer Haare,
Dass er weiß, was die Zukunft bringt,
Denn die Schatten Schottlands stehen um ihn,
Mitten im Kohl und dem Korn und den Kühen -
All die Hoffnungen und Ängste von tausend langen Jahren,
Unter dem Lothian-Himmel.

Mein schöner Eibenbaum, sag mir, was hast du gesehen?

Hast du durch den Dunst der langen Sommertage geschaut,
Nach Süden zur fernen englischen Grenze?
All die Stahlhelme auf Floddens fernem Feld,
Sind sie in guter Ordnung an deiner Seite marschiert?
Hast du sie nach dem Preis ihrer Ehre gefragt,
Als du das große Gemetzel beginnen hörtest?
Denn der Staub ihrer Knochen
Würde von den Steinen aufsteigen,
Um Tränen in die Augen des Windes zu bringen.

Hast du nicht daran gedacht zu erzählen, als John Knox selbst
Unter deinen so schwarzen Ästen predigte,
Zu den armen einfachen Leuten, die das Joch
Der Bischöfe und Priester von ihren Rücken werfen wollten?
Aber du wusstest um den Handel, den er ihnen verkaufte,
Und Freiheit war nur ein Teil,
Denn der Preis ihrer Seelen war ein so kaltes Evangelium,
Dass es alle Freude in ihren Herzen einfrieren würde.

Nicht einmal hast du für die Armen und Schwachen gesprochen,
Als die Moss-Trooper in deinem Schatten lagen,
Um sich vor dem Donner zu verstecken und den Raub zu zählen
Und all die Beute der Plünderung zu teilen.
Aber du sahst die Lächeln der Gentry
Und das Lachen der Herren über ihre Gewinne,
Denn wenn die Armen die Armen über Berge und Moore jagen,
Kann der Reiche sie in Ketten halten.

Ich dachte, während ich stand und meine Hände auf dein Holz legte,
Dass es eine Freundlichkeit sein könnte, dich zu fällen.
Ein Kuss der Axt und du bist befreit von den Wracks
Der traurigen, blutigen Geschichten, die die Menschen dir erzählen.
Aber ein kleiner Vogel flog aus deinen Ästen
Und sang wie nie zuvor,
Und die Worte des Liedes waren tausend Jahre lang,
Lass sie uns lernen, bevor viele mehr kommen.

Mein schöner Eibenbaum, sag mir, was siehst du?

Escrita por: Brian Mcneill