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Und Sie Weint

Hanne Haller

Jeden Morgen sitzt er beim Frühstück lustlos und stumm
Und dann rührt er in seiner Tasse rechts herum
Dazu lässt er Rauchinge steigen
Und die Zeitung hilft ihm beim Schweigen

Und dann zieht er seinen Mantel an ohne Wort
Küsst sie nebenbei und dann geht er fort
Und es fällt die Türe in das Schloss wie ein Feind
Und sie hält ihre Hände vors Gesicht und sie weint

Jeden Mittag kommt er nach Hause und doch nicht zu ihr
Wie ein Fremder sitzt er vor’m Essen und trinkt ein Glas Bier
Er erzählt nicht wie es bisher war
Ob die Arbeit schön oder schwer war

Und dann zieht er seinen Mantel an ohne Wort
Küsst sie nebenbei und dann geht er fort
Und es fällt die Türe in das Schloss wie ein Feind
Und sie hält ihre Hände vors Gesicht und sie weint

Jeden Abend macht er als erstes den Fernseher an
Und es stört ihn wenn jemand redet dr’um lässt sie es dann
Und so geht sie niedergeschlagen
Einsam schlafen wie an allen Tagen und dann

Träumt sie von der Zärtlichkeit und es schreit
In ihr nach Geborgenheit und der Zeit
Wo er ihr Geliebter noch war und ihr Freund

Aber dann zieht er seinen Mandel an
Schaut noch mal in die Kneipe nebenan
Und im Bett hört sie nur die Türe schlagen wie einen Feind
Und dann hält sie die Hände vors Gesicht und sie weint