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Fallido

Janus

Gescheitert

Hast du mich vermißt?
Ich habe dich vermisst.
Heute ist ein Tag
den du nie vergisst.
Hier und da sogar
letzte Reste Schnee.
Seit er gefroren ist
war ich nicht mehr am See.

Ist mein Bruder jetzt bei dir?
Er erschoss sich an Neujahr.
Das war kein Spaß, ihn im Bad zu finden
besser: das was von ihm übrig war.
Ich hab mich mehrfach übergeben
wie gesagt: leicht war das nicht
ihn so dort liegen zu sehn
tot und ohne Gesicht.

Er hat es nie verstanden
weshalb du fortgegangen bist.
Er wollte einfach nicht begreifen
dass es so, nur so, das beste ist.
Ich stand ihm bei, so gut ich konnte
in diesen schweren Wochen.
Ich saß neben ihm, hielt seine Hand
und habe über dich gesprochen.

Er hatte Viechzeug in der Küche
Erbrochenes im Klosett.
Die Trauer hatte ihn schwach gemacht
er kam kaum noch aus dem Bett.
Er stierte endlos an die Decke
zu atmen fiel ihm schwer.
Oft sagte er, vergib mir, Bruder
doch ich kann nicht mehr!

Mein Arzt hing an der Flasche
da rutscht man schon mal aus.
Er hatte diese steile Treppe
in seinem alten Haus.
Dort hingen Bilder an den Wänden
aus kalt glänzender Farbe
wie das Zeug an meinen Händen
das ich kaum abbekommen hab.

Was denkst du
habe ich ein Recht
dass mich so etwas erheitert
oder bin ich von Grund auf schlecht?
Hoffnungslos als Mensch
gescheitert?

Warum antwortest du mir nicht?
Mach es bitte nicht so schwer.
Seit mein Bruder tot ist
redest du nicht mehr.
Ich wanke über das Eis
und suche dein Gesicht.
Ich fall auf die Knie und ruf nach dir
als ich spüre, dass es bricht.
Ohne deine Stimme
ist mein Leben soviel blasser.
Ich wehr mich nicht
das Spiel ist aus
ich folge dir ins Wasser.

Lass mich nicht allein
lass mich nicht allein zurück...

Fallido

¿Me extrañaste?
Te extrañé.
Hoy es un día
que nunca olvidarás.
Aquí y allá incluso
quedan restos de nieve.
Desde que se congeló
no he vuelto al lago.

¿Está mi hermano contigo ahora?
Se disparó en Año Nuevo.
No fue una broma encontrarlo
en el baño, o lo que quedaba de él.
He vomitado varias veces
como dije: no fue fácil
verlo ahí acostado
muerto y sin rostro.

Nunca entendió
por qué te fuiste.
Simplemente no quería aceptar
que así, solo así, era lo mejor.
Lo apoyé lo mejor que pude
en esas semanas difíciles.
Me senté a su lado, le tomé la mano
y hablé de ti.

Tenía bichos en la cocina
vómito en el inodoro.
El dolor lo debilitó
apenas podía levantarse de la cama.
Miraba fijamente el techo sin fin
respirar le costaba.
A menudo decía, perdóname, hermano
¡pero ya no puedo más!

Mi médico estaba en la botella
a veces uno se desliza.
Se cayó por esas empinadas escaleras
de su antigua casa.
Allí colgaban cuadros en las paredes
de colores fríos y brillantes
como la sustancia en mis manos
que apenas pude quitarme.

¿Qué crees?
¿Tengo derecho
a que algo así me divierta
o soy malo desde el principio?
¿Como ser humano
fracasado?

¿Por qué no me respondes?
Por favor, no lo hagas tan difícil.
Desde que mi hermano murió
ya no hablas.
Tiembla sobre el hielo
y busco tu rostro.
Caigo de rodillas y te llamo
cuando siento que se rompe.
Sin tu voz
mi vida es mucho más opaca.
No me resisto
el juego ha terminado
te sigo al agua.

No me dejes solo
no me dejes solo atrás...

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