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Der Baum von Formentor

Maria del Mar Bonet

El Pi de Formentor

Mon cor estima un arbre! Més vell que l'olivera,
més poderós que el roure, més verd que el taronger,
conserva de ses fulles l'eterna primavera,
i lluita amb les ventades que assalten la ribera,
com un gegant guerrer.
No guaita per ses fulles la flor enamorada,
no va la fontanella ses ombres a besar;
mes Déu ungí d'aroma sa testa consagrada
i li donà per terra l'esquerpa serralada,
per font la immensa mar.

Quan lluny, damunt les ones, renaix la llum divina,
no canta per ses branques l'ocell que encativam;
el crit sublim escolta de l'àquila marina,
o del voltor que puja sent l'ala gegantina
remoure son fullam.

Del llim d'aquesta terra sa vida no sustenta;
revincla per les roques sa poderosa rel;
té pluges i rosades i vents i llum ardenta;
i, com un vell profeta, rep vida i s'alimenta
de les amors del cel.

Arbre sublim! Del geni n'és ell la viva imatge:
domina les muntanyes i aguaita l'infinit;
per ell la terra es dura, mes besa son ramatge
el cel que l'enamora, i té el llamp i l'oratge
per glòria i per delit.

Oh, sí, que quan a lloure bramulen les ventades
i sembla entre l'escuma que tombi el seu penyal,
llavors ell riu i canta més fort que les onades
i, vencedor, espola damunt les nuvolades
sa cabellera real.

Arbre, mon cor t'enveja. Sobre la terra impura,
com a penyora santa duré jo el teu record.
Lluitar constant i vèncer, regnar sobre l'altura
i alimentar-se i viure de cel i de llum pura ...
O vida, o noble sort!

Amunt, ànima forta! Traspassa la boirada
i arrela dins l'altura com l'arbre dels penyals.
Veuràs caure a tes plantes la mar del món irada,
i tes cançons tranquil.les 'niran per la ventada
com l'au dels temporals.

Der Baum von Formentor

Mein Herz liebt einen Baum! Älter als der Olivenbaum,
mächtiger als die Eiche, grüner als der Orangenbaum,
bewahrt er von seinen Blättern den ewigen Frühling,
und kämpft mit den Stürmen, die das Ufer überfallen,
wie ein kriegerischer Riese.
Die verliebte Blume schaut nicht durch seine Blätter,
nicht küsst die Quelle ihre Schatten;
aber Gott salbte mit Aroma sein geheiligtes Haupt
und gab ihm als Boden das zerklüftete Gebirge,
als Quelle das unermessliche Meer.

Wenn in der Ferne, über den Wellen, das göttliche Licht wiedergeboren wird,
singt der Vogel, den wir bezaubern, nicht in seinen Zweigen;
man hört den erhabenen Schrei des Meeresadlers,
oder des Geiers, der mit seinen riesigen Flügeln
seine Blätter bewegt.

Der Schlamm dieses Landes erhält kein Leben;
er windet seine mächtige Wurzel um die Felsen;
er hat Regen und Tau, Winde und brennendes Licht;
und wie ein alter Prophet empfängt er Leben und nährt sich
von der Liebe des Himmels.

Erhabener Baum! Von der Genialität ist er das lebendige Abbild:
er beherrscht die Berge und schaut ins Unendliche;
für ihn ist die Erde hart, doch küsst sein Geäst
das himmlische, das ihn verzaubert, und hat den Blitz und das Wetter
als Ruhm und als Freude.

Oh, ja, wenn die Winde laut brüllen
und es scheint, als würde zwischen dem Schaum sein Felsen fallen,
dann lacht und singt er lauter als die Wellen
und, siegreich, sprüht er über die Wolken
seine königliche Mähne.

Baum, mein Herz beneidet dich. Über der unreinen Erde,
als heilige Pfand werde ich deine Erinnerung tragen.
Ständig kämpfen und siegen, über die Höhe herrschen
und sich ernähren und leben von Himmel und reinem Licht ...
Oh Leben, oh edles Schicksal!

Aufwärts, starke Seele! Durchdringe den Nebel
und verwurzele dich in die Höhe wie der Baum der Klippen.
Du wirst das tobende Meer zu deinen Füßen fallen sehen,
und deine ruhigen Lieder werden im Wind
wie der Vogel der Stürme wehen.

Escrita por: Lautaro Rosas / Maria Del Mar Bonet / Miquel Costa Llobera