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Siehe, das Erwünschte (Original)

Carl Orff

Ecce gratum (Original)

1.
Ecce gratum
et optatum
ver reducit gaudia,
purpuratum
floret pratum,
sol serenat omnia,
iamiam cedant tristia!
estas redit
nunc recedit
hyemis servitia.
2.
Iam liquescit
et decrescit
grando, nix et cetera,
bruma fugit
et iam sugit
ver estatis ubera:
illi mens est misera,
qui nec vivit,
nec lascivit
sub estatis dextera.
3.
Gloriantur
et letantur
in melle dulcedinis
qui conantur,
ut utantur
premio Cupidinis:
simus jussu Cypridis
gloriantes
et letantes
pares esse Paridis.

Siehe, das Erwünschte (Original)

1.
Siehe, das Erwünschte
und das Gewünschte
bringt Freude im Frühling,
blühende Wiesen
in Purpur gehüllt,
die Sonne erhellt alles,
lasst die Traurigkeit weichen!
Der Sommer kehrt zurück,
jetzt zieht sich zurück
der Winterdienst.
2.
Jetzt schmilzt es
und nimmt ab,
Hagel, Schnee und so weiter,
die Winterzeit flieht
und saugt nun
die Zitzen des Frühlings:
Elend ist derjenige,
der nicht lebt,
nicht ausgelassen ist
unter der Hand des Sommers.
3.
Sie prahlen
und freuen sich
an der Süße des Honigs,
wer es versucht,
um zu genießen
den Lohn der Liebe:
lasst uns auf Befehl der Venus
stolz sein
und fröhlich
wie die Gefährten des Paris.