395px

De Beer Die Een Beer Wilde Blijven

Reinhard Mey

Der Bär, Der Ein Bär Bleiben Wollte

Er lebte in den Wäldern und lebte frei und allein,
Sein Reich ging von den Hügeln bis tief ins Land hinein.
Vom Bach bis an die Ufer seines Flusses und von da
Hinab bis in die Täler, soweit sein Auge sah.
Er kannte jede Höhle und fast jeden Blaubeerstrauch,
Die Lieblingsplätze der Forellen selbstverständlich auch.
Und abends liebte er es sehr, im hohen Gras zu stehn,
An einen Fels gelehnt zu denken, und ins Land hinauszusehen.

So stand der Bär auch an jenem Nachmittag aus dem Fels,
Recht deutlich spürte er den Herbstwind schon in seinem Pelz.
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn,
Er gähnte oft, und er war müd', und es fröstelte ihn.
Er trottete zu seiner Lieblingshöhle durch das Laub,
Verscharrte noch den Eingang hinter sich und sprach: „Ich glaub'
Es riecht nach Schnee", während er letzte Vorkehrungen traf.
Legte sich auf sein Lager und begann den Winterschlaf.

Er sollte recht behalten, es begann noch nachts zu schnei'n.
Der Winter zog in seinen Wald, der Boden fror zu Stein.
Ein eis'ger Wind sang in den klaren Nächten im Geäst.
Dem Bär'n in seinem Unterschlupf war warm, und er schlief fest.
Doch mit dem Winter kamen auch die Menschen in den Wald.
Sie fällten Baum um Baum, vermaßen, zäunten ein und bald
Brachten Sie Kräne, Rohre, Bagger, Stahlbeton. Schon stand
Genau über der Höhle eine Fabrik im Land.
Der Frühling kam, und gut gelaunt erwachte auch der Bär
Tief unten in der Höhle, nur das Aufstehn fiel noch schwer.
Und als er dann schlaftrunken durch den engen Ausgang stieg,
Stand er ungläubig mitten auf dem Vorhof der Fabrik.
Da kam auch schon ein Pförtner brüllend auf ihn zumarschiert,
„Los Du da, an die Arbeit, statt hier 'rumzustehn, kapiert".
„Verzeihung", sprach der Bär verstört, „aber ich bin ein Bär".
„Jetzt reicht's mir", schrie der Mann, „zum Personalchef, kein Wort mehr!"

Der Personalchef war ein muffiger, verhärmter Mann.
„Ich bin ein Bär", sagte der Bär, „das sieht man mir doch an."
„Was ich sehe, ist meine Sache", sprach der Mann, „und Du
Bist ein dreckiger Faulpelz und noch unrasiert dazu."
Dann schubste er ihn zum Vizedirektor, der aktiv
Und sehr ergeben unterwürfig den Direktor rief.
Der sprach und ließ dabei seinen Managersessel drehn,
„Unser Herr Präsident wünscht das faule Subjekt zu seh'n."

„Soso", sagte der Präsident, „Sie sind also ein Bär."
Er hatte das größte Büro und langweilte sich sehr.
Er war so mächtig, daß er keinen Schreibtisch mehr besaß,
Keine Krawatte tragen mußte und nur Comics las.
„Wenn Sie ein Bär sind, bitte, dann beweisen Sie das auch."
Der Bär kratzte sich vor Verlegenheit über den Bauch.
„Nein, Bären gibt es nur in Zoo und Zirkus kurz und klein.
Genau dort hol'n wir jetzt ein Gutachten über Sie ein."

Die Präsidentenlimousine fuhr den Bär'n zum Zoo,
Und seine Artgenossen musterten ihn schadenfroh.
Und einstimmig erklärten sie, wer Auto fährt, und wer
Nicht hinter Gittern lebt, sei alles andere als ein Bär.
Die Tanzbären im Zirkus urteilten genauso prompt,
Weil wer nicht tanzt und radfährt, nicht als Bär infrage kommt.
Die Heimfahrt über dachte er „und ich bin doch ein Bär,
ich weiß es doch, ich weiß es", doch er wehrte sich nicht mehr.

Er ließ sich Arbeitszeug anziehn, und als man ihm befahl,
Sich zu rasier'n, rasierte er sich seine Schnauze kahl.
Stempelte seine Stechkarte wie jeder andre Mann
Und lernte, daß der Tag mit einem Hupsignal begann.
Er ließ sich an eine Maschine setzten, wo ein Griff
Von rechts nach links zu dreh'n war, wenn eine Sirene pfiff.
Und wenn man das versäumte, leuchtete ein rotes Licht,
Das zeigte, ob der Mann daran grad' arbeitete oder ob nicht.

So stand er Tag für Tag an der Maschine, dreht stumm
Den Griff von rechts nach links und danach wieder rechts herum.
Nur in der Mittagspause mußt' er zum Fabrikzaun gehn,
Um durch Maschinen und Stacheldraht ins Land hinauszuseh'n.
Die Osterglocken blühten und verblühten vor dem Zaun.
Ein Sommer kam und ging, der Herbst färbte die Wälder braun.
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn.
Er gähnte oft, und er ward müd', und es fröstelte ihn.

Er gähnte immer mehr, je mehr er sich zusammennahm.
Er wurde immer müder, je näher der Winter kam.
Vom Wachen taten ihm oft mittags schon die Augen weh,
Er stand am Zaun und sagte vor sich hin: „Es riecht nach Schnee".
An dem Nachmittag schlief er glatt an der Maschine ein,
Hörte nicht die Sirene, nur den Personalchef schrei'n,
„He, Du da, raus, Du bist entlassen, hier ist Dein Restlohn".
„Entlassen?", jubelte der Bär und machte sich davon.

Sein Bündel auf der Schulter, wanderte er ohne Ziel
Einfach gradaus im Schnee, der schon in dicken Flocken fiel.
So ging er einen Tag, eine Nacht und noch einen Tag
Auf der Standspur der Autobahn, wo nicht so viel Schnee lag.
Mal zählte er die Autos, die er sah, doch ihm fiel ein,
Daß er nur bis fünf zählen konnte, und so ließ er's sein.
Und dann am zweiten Abend sah er in der Ferne hell,
Im dichten Schneegestöber Neonbuchstaben: „Motel".

Durchfroren, naß und müde trat der Bär an den Empfang.
Der Mann hinter dem Tresen rührte sich nicht und schwieg lang.
Tat unheimlich beschäftigt, um beiläufig zu erklär'n:
„Wir haben keine Zimmer frei für Landstreicher und Bär'n".
„Habe ich das Wort ,Bär' gehört, sagten Sie ,Bär' vorhin?
Das heißt, Sie sind der Meinung, daß ich wirklich einer bin".
Der Mann griff kreidebleich zum Telefon, der Bär ging schnell
Zur Tür, und er verschwand im Wald, gleich hinter dem Motel.

Er stapfte durch den Wald, der ihm jetzt fremd und feindlich schien.
Er ging, und nach und nach verließen seine Kräfte ihn.
Ich muß jetzt darüber nachdenken, dachte sich der Bär,
Was mit mir werden soll, wenn ich nur nicht so müde wär'.
Er setzte sich vor eine Höhle und starrte noch lang
Ins Leere, hörte, wie der Schneesturm in den Bäumen sang.
Er spürte ihn nicht mehr und ließ sich ganz und gar zuschnei'n,
Und vor dem dritten Morgen seiner Reise schlief er ein.

De Beer Die Een Beer Wilde Blijven

Hij leefde in de bossen, vrij en alleen,
Zijn rijk strekte zich uit van de heuvels tot diep in het terrein.
Van de beek tot aan de oevers van zijn rivier en van daar
Naar beneden in de valleien, zover zijn oog kon gaan.
Hij kende elke grot en bijna elke bosbesstruik,
De favoriete plekken van de forellen, dat was ook zijn geluk.
En 's avonds hield hij ervan om in het hoge gras te staan,
Leunend tegen een rots, te denken en het land in te gaan.

Zo stond de beer ook op die middag bij de rots,
Voelde de herfstwind al duidelijk in zijn vacht.
Aan de lucht zag hij wilde ganzen in groepen naar het zuiden trekken,
Hij gaapte vaak, hij was moe, en het was koud, dat kon hij merken.
Hij sjokte naar zijn favoriete grot door het loof,
Bedekte de ingang achter zich en zei: “Ik geloof
Dat het naar sneeuw ruikt”, terwijl hij zijn laatste voorbereidingen trof.
Legde zich op zijn bed en begon aan zijn winterslaap.

Hij had gelijk, het begon 's nachts al te sneeuwen.
De winter trok zijn bos binnen, de grond bevroor tot steen.
Een ijzige wind zong in de heldere nachten in de takken.
De beer in zijn schuilplaats was warm, en hij sliep diep.
Maar met de winter kwamen ook de mensen in het bos.
Ze hakten boom na boom om, maten, omheinden en al snel
Brachten ze kranen, buizen, graafmachines, staalbeton. Al snel stond
Precies boven de grot een fabriek in het land.
De lente kwam, en goed gehumeurd werd ook de beer wakker
Diep onderin de grot, alleen het opstaan viel nog zwaar.
En toen hij slaperig door de smalle uitgang kroop,
Stond hij ongelovig midden op de binnenplaats van de fabriek.
Daar kwam al een portier brullend op hem af,
“Kom op, aan het werk, in plaats van hier rond te staan, snap je?”
“Sorry”, sprak de beer verward, “maar ik ben een beer.”
“Nu is het genoeg”, schreeuwde de man, “naar de personeelschef, geen woord meer!”

De personeelschef was een chagrijnige, geharde man.
“Ik ben een beer”, zei de beer, “dat zie je toch aan mij.”
“Wat ik zie, is mijn zaak”, sprak de man, “en jij
Bent een vuile luiaard en bovendien nog ongeschoren.”
Toen duwde hij hem naar de adjunct-directeur, die actief
En heel onderdanig de directeur riep.
Die sprak en draaide daarbij zijn managersstoel,
“Onze heer president wil het luie subject zien.”

“Zozo”, zei de president, “dus u bent een beer.”
Hij had het grootste kantoor en verveelde zich dood.
Hij was zo machtig dat hij geen bureau meer had,
Geen stropdas hoefde te dragen en alleen strips las.
“Als u een beer bent, bewijs dat dan ook maar.”
De beer krabde zich verlegen over zijn buik.
“Nee, beren zijn er alleen in de dierentuin en circus, klein en groot.
Precies daar halen we nu een rapport over u op.”

De presidentenlimousine bracht de beer naar de dierentuin,
En zijn soortgenoten bekeken hem met leedvermaak.
En unaniem verklaarden ze, wie in een auto rijdt, en wie
Niet achter tralies leeft, is allesbehalve een beer.
De dansberen in het circus oordeelden net zo snel,
Want wie niet danst en fietst, komt niet als beer in aanmerking.
Op de terugweg dacht hij “en ik ben toch een beer,
Ik weet het toch, ik weet het”, maar hij verzette zich niet meer.

Hij liet zich een werkuniform aanmeten, en toen men hem beval,
Zich te scheren, schoor hij zijn snuit kaal.
Hij stempelde zijn tijdkaart zoals elke andere man
En leerde dat de dag begon met een toetersignaal.
Hij liet zich aan een machine zetten, waar een hendel
Van rechts naar links gedraaid moest worden als een sirene blies.
En als je dat vergat, brandde er een rood licht,
Dat aangaf of de man daar net aan het werk was of niet.

Zo stond hij dag in dag uit aan de machine, draaide stil
De hendel van rechts naar links en daarna weer rechtsom.
Alleen in de lunchpauze moest hij naar het fabriekshek gaan,
Om door machines en prikkeldraad het land in te kijken.
De narcissen bloeiden en verwelkten voor het hek.
Een zomer kwam en ging, de herfst kleurde de bossen bruin.
Aan de lucht zag hij wilde ganzen in groepen naar het zuiden trekken.
Hij gaapte vaak, hij werd moe, en het was koud, dat kon hij merken.

Hij gaapte steeds meer, hoe meer hij zich samenkneep.
Hij werd steeds moeier, hoe dichter de winter kwam.
Van het waken deden zijn ogen vaak al 's middags pijn,
Hij stond bij het hek en zei tegen zichzelf: “Het ruikt naar sneeuw.”
Op die middag viel hij gewoon in slaap aan de machine,
Hoorde de sirene niet, alleen de personeelschef schreeuwen,
“Hey, jij daar, eruit, je bent ontslagen, hier is je laatste loon.”
“Ontslagen?”, juichte de beer en maakte zich uit de voeten.

Zijn bundel op zijn schouder, zwierf hij zonder doel
Gewoon rechtdoor in de sneeuw, die al in dikke vlokken viel.
Zo ging hij een dag, een nacht en nog een dag
Op de vluchtstrook van de snelweg, waar niet zoveel sneeuw lag.
Soms telde hij de auto’s die hij zag, maar hij realiseerde zich,
Dat hij maar tot vijf kon tellen, en dus liet hij het maar.
En toen op de tweede avond zag hij in de verte helder,
In de dichte sneeuwstorm neonletters: “Motel.”

Doorweekt, koud en moe stapte de beer naar de receptie.
De man achter de balie bewoog niet en zweeg lang.
Hij deed vreselijk druk, om terloops uit te leggen:
“We hebben geen kamers vrij voor zwervers en beren.”
“Heb ik het woord ‘beer’ gehoord, zei u ‘beer’ eerder?
Dat betekent, u denkt dat ik er echt een ben.”
De man greep bleek naar de telefoon, de beer ging snel
Naar de deur, en hij verdween in het bos, gelijk achter het motel.

Hij stapte door het bos, dat hem nu vreemd en vijandig leek.
Hij ging, en langzaam verlieten zijn krachten hem.
Ik moet hier nu over nadenken, dacht de beer,
Wat er met mij moet gebeuren, als ik maar niet zo moe was.
Hij ging zitten voor een grot en staarde nog lang
In het niets, hoorde hoe de sneeuwstorm in de bomen zong.
Hij voelde het niet meer en liet zich helemaal bedekken met sneeuw,
En voor de derde ochtend van zijn reis viel hij in slaap.

Escrita por: