Mein König
Man rief mich schnell:
"Komm schnell zum Fenster,
Denn der König zieht vorbei!
Lasst uns seine Pracht sehen,
Goldene Wagen,
Die ihn begleiten!
Lasst uns seine Pferde sehen!
Goldene Fahnen!
Seine königliche Garde!"
Dann machte ich mich auf,
Stolz darauf,
Meinen triumphalen König zu sehen.
Doch wie sollte ich finden,
Wen ich nicht kannte,
Inmitten der Menge?
Und auf dem Weg fand ich
Auf einem Eselchen
Jemanden, der mich ansah.
Ich fragte hastig,
Ob er ihn gesehen hätte
Und wo mein König war.
Er lächelte nur,
Setzte seinen Weg fort,
Und ich ging auch weiter.
Erschöpft und niedergeschlagen
Kam ich ans Ende
Der ganzen Menge.
Doch ich sah keine Wagen,
Und ich sah keine Fahnen,
Ich fand meinen König nicht!
Ich fragte erneut,
Und die Antwort, die ich hörte,
Werde ich niemals vergessen:
"Dein König kommt allein,
Auf einem Eselchen."
Und in Schluchzern weinte ich.