395px

Puente de Cristal

Agrypnie

Brücke aus Glas

Der Grenzfluss aus deinen tausend verdrängten Gedanken
Im Dunst des Abends liegt er weit doch klar vor dir,
Und aus der Ferne schon scheinen wie Berge die Planken.
In deinen Träumen warst du wohl schon tausend mal hier.

Hinter dem Floß wir das Land sich weiten,
Dort werden in Stille die Stürme schweigen.
Du und die Zeit, ihr lauft euch ewig davon.
In dir fließt der Rubikon,
Und darüber die Brücke die aus Glas.

Vom anderen Ende der Welt bricht die Nacht herein.
Wer den Schritt wagt, sollte den Weg noch erkennen.
Du tötest die Zeit und treibst davon.
In dich mündet der Rubikon,
In dir steht die Brücke aus Glas.

Steinerne Fäden, gemauert im Staub deiner Schwächen,
Binden und lähmen dir jeden der mühsamen Schritte.
Dies ist dein Fluch, das Kind deiner alten Versprechen,
Und du weißt, du bist in ihrem Bund nur der Dritte.

Vertreibe die Ohnmacht, du ahnst, dass am Ende der Reise,
Wohl weniger wartet als du auf den Wege verlässt. Und die Schemen,
Die zweifelnd in Tränen am grauen Ufer dir winkten, sie werden dir folgen.
Und trotzdem: Die Welt wird sich wandeln.

Keine Grenze der Erde wirst du überqueren,
So weit die Schritte dich auch tragen.
Gefangen in Freiheit bist du,
Der Zwilling des Theseus mir scheint,
Und der schönen Ariadne Fäden seh' ich,
Deutlich und helfenden Herzens gesponnen
Über deiner Brücke aus Glas

Am anderen Ende der Welt bricht das Licht herein,
Auf den weiten Ebenen ungesehenen Landes
Stehst du, außerhalb von allen Zeiten,
In einem Meer aus dünnen Scherben.
Hinter dir dein Rubikon,
Vor deinen Augen eine neue Brücke aus Glas.

Puente de Cristal

El río fronterizo de tus mil pensamientos reprimidos
En la neblina de la tarde, yace lejos pero claro ante ti,
Y desde lejos, las tablas parecen montañas.
En tus sueños, probablemente has estado aquí mil veces.

Detrás de la balsa, la tierra se expande,
Allí, en silencio, las tormentas callarán.
Tú y el tiempo, corren eternamente el uno del otro.
En ti fluye el Rubicón,
Y sobre él, el puente de cristal.

Desde el otro extremo del mundo, la noche se cierne.
Quien se atreve a dar el paso, debería reconocer el camino.
Matas el tiempo y te dejas llevar.
En ti desemboca el Rubicón,
En ti se erige el puente de cristal.

Cadenas de piedra, construidas en el polvo de tus debilidades,
Atan y paralizan cada uno de tus pasos laboriosos.
Este es tu destino, el fruto de tus antiguas promesas,
Y sabes que en su pacto, solo eres el tercero.

Aleja la impotencia, intuyes que al final del viaje,
Menos te espera de lo que dejas atrás en el camino. Y las sombras,
Que dudaban y te hacían señas con lágrimas en la orilla gris, te seguirán.
Y sin embargo: el mundo cambiará.

No cruzarás ninguna frontera de la tierra,
Por más lejos que te lleven tus pasos.
Atrapado en la libertad estás,
Me parece el gemelo de Teseo,
Y veo claramente los hilos de la bella Ariadna,
Hilados con claridad y corazón compasivo
Sobre tu puente de cristal.

En el otro extremo del mundo, la luz se cierne,
En las vastas llanuras de una tierra invisible
Te encuentras, fuera de todo tiempo,
En un mar de finos fragmentos.
Detrás de ti, tu Rubicón,
Ante tus ojos, un nuevo puente de cristal.

Escrita por: