The Song of Eärendil (parts I - III)
Eärendil was a mariner
That tarried in Arvernien
He built a boat of timber felled
In Nimbrethil to journey in
Her sails he wove of silver fair
Of silver were her lanterns made
Her prow was fashioned like a swan
And light upon her banners laid
In panoply of ancient kings
In chainéd rings he armoured him
His shining shield was scored with runes
To ward all wounds and harm from him
His bow was made of dragon-horn
His arrows shorn of ebony
Of silver was his habergeon
His scabbard of chalcedony
His sword of steel was valiant
Of adamant his helmet tall
An eagle-plume upon his crest
Upon his breast an emerald
Beneath the Moon and under star
He wandered far from northern strands
Bewildered on enchanted ways
Beyond the days of mortal lands
From gnashing of the Narrow Ice
Where shadow lies on frozen hills
From nether heats and burning waste
He turned in haste, and roving still
On starless waters far astray
At last he came to Night of Naught
And passed, and never sight he saw
Of shining shore nor light he sought
The winds of wrath came driving him
And blindly in the foam he fled
From west to east and errandless
Unheralded he homeward sped
There flying Elwing came to him
And flame was in the darkness lit
More bright than light of diamond
The fire upon her carcanet
The Silmaril she bound on him
And crowned him with the living light
And dauntless then with burning brow
He turned his prow; and in the night
From Otherworld beyond the Sea
There strong and free a storm arose
A wind of power in Tarmenel
By paths that seldom mortal goes
His boat it bore with biting breath
As might of death across the grey
And long forsaken seas distressed
From east to west he passed away
Through Evernight he back was borne
On black and roaring waves that ran
O'er leagues unlit and foundered shores
That drowned before the Days began
Until he heard on strands of pearl
Where ends the world the music long
Where ever-foaming billows roll
The yellow gold and jewels wan
He saw the Mountain silent rise
Where twilight lies upon the knees
Of Valinor, and Eldamar
Beheld afar beyond the seas
A wanderer escaped from night
To haven white he came at last
To Elvenhome the green and fair
Where keen the air, where pale as glass
Beneath the Hill of Ilmarin
A-glimmer in a valley sheer
The lamplit towers of Tirion
Are mirrored on the Shadowmere
He tarried there from errantry
And melodies they taught to him
And sages old him marvels told
And harps of gold they brought to him
They clothed him then in elven-white
And seven lights before him sent
As through the Calacirian
To hidden land forlorn he went
He came unto the timeless halls
Where shining fall the countless years
And endless reigns the Elder King
In Ilmarin on Mountain sheer
And words unheard were spoken then
Of folk of Men and Elven-kin
Beyond the world were visions showed
Forbid to those that dwell therein
A Elbereth Gilthoniel!
Silivren penna míriel
O menel aglar elenath
Gilthoniel, A! Elbereth!
We still remember, we who dwell
In this far land beneath the trees
The starlight on the Western Seas
A ship then new they built for him
Of mithril and of elven-glass
With shining prow; no shaven oar
Nor sail she bore on silver mast
The Silmaril as lantern light
And banner bright with living flame
To gleam thereon by Elbereth
Herself was set, who thither came
And wings immortal made for him
And laid on him undying doom
To sail the shoreless skies and come
Behind the Sun and light of Moon
From Evereven's lofty hills
Where softly silver fountains fall
His wings him bore, a wandering light
Beyond the mighty Mountain Wall
From World's End there he turned away
And yearned again to find afar
His home through shadows journeying
And burning as an island star
On high above the mists he came
A distant flame before the Sun
A wonder ere the waking dawn
Where grey the Norland waters run
And over Middle-earth he passed
And heard at last the weeping sore
Of women and of elven-maids
In Elder Days, in years of yore
But on him mighty doom was laid
Till Moon should fade, an orbéd star
To pass, and tarry never more
On Hither Shores where Mortals are
For ever still a herald on
An errand that should never rest
To bear his shining lamp afar
The Flammifer of Westernesse
Das Lied von Eärendil (Teil I - III)
Eärendil war ein Seemann
Der in Arvernien verweilte
Er baute ein Boot aus gefälltem Holz
In Nimbrethil, um zu segeln
Seine Segel webte er aus silberner Faser
Aus Silber waren ihre Laternen gemacht
Ihr Bug war gestaltet wie ein Schwan
Und Licht lag auf ihren Bannern
In Rüstung antiker Könige
In kettelten Ringen rüstete er sich
Sein leuchtender Schild war mit Runen verziert
Um Wunden und Schaden von ihm abzuhalten
Sein Bogen war aus Drachenhorn gemacht
Seine Pfeile aus Ebenholz geschnitten
Aus Silber war sein Harnisch
Sein Scheide aus Chalcedon
Sein Schwert aus Stahl war tapfer
Von Adamant sein hoher Helm
Eine Adlerfeder auf seinem Helm
Auf seiner Brust ein Smaragd
Unter dem Mond und unter Sternen
Wanderte er weit von nördlichen Küsten
Verwirrt auf verzauberten Wegen
Jenseits der Tage der Sterblichen
Vom Knirschen des Schmalen Eises
Wo Schatten auf gefrorenen Hügeln liegt
Von unterirdischen Hitzen und brennendem Ödland
Wandte er sich hastig, und streifte weiter
Auf sternlosen Wasser weit verirrt
Schließlich kam er zur Nacht des Nichts
Und ging hindurch, und keinen Anblick sah er
Von strahlendem Ufer noch Licht suchte er
Die Winde des Zorns trieben ihn
Und blind in den Schaum floh er
Von Westen nach Osten und ohne Auftrag
Ohne Ankündigung eilte er heim
Dort kam fliegend Elwing zu ihm
Und Feuer erhellte die Dunkelheit
Heller als das Licht eines Diamanten
Das Feuer auf ihrem Schmuck
Den Silmaril band sie ihm an
Und krönte ihn mit lebendigem Licht
Und furchtlos dann mit brennender Stirn
Wandte er seinen Bug; und in der Nacht
Aus der Anderswelt jenseits des Meeres
Erhob sich stark und frei ein Sturm
Ein Wind der Macht in Tarmenel
Auf Wegen, die selten Sterbliche gehen
Trug sein Boot mit beißendem Atem
Wie die Macht des Todes über das Graue
Und lange verlassene, bedrängte Meere
Von Osten nach Westen verschwand er
Durch die Immernachtsnacht wurde er getragen
Auf schwarzen und tobenden Wellen, die rannen
Über unbeleuchtete Weiten und gesunkene Küsten
Die ertranken, bevor die Tage begannen
Bis er auf Perlenständen hörte
Wo die Welt endet, die lange Musik
Wo immer schäumende Wellen rollen
Das gelbe Gold und verwelkende Juwelen
Er sah den Berg still erheben
Wo die Dämmerung auf den Knien liegt
Von Valinor und Eldamar
Sah fern jenseits der Meere
Ein Wanderer entflohen der Nacht
Zum weißen Hafen kam er schließlich
Zum Elbenheim grün und schön
Wo die Luft klar ist, wo blass wie Glas
Unter dem Hügel von Ilmarin
In einem Tal schimmernd
Die beleuchteten Türme von Tirion
Auf dem Schattenmeer spiegeln
Er verweilte dort von seinen Wanderschaften
Und Melodien lehrten sie ihn
Und alte Weisen erzählten ihm Wunder
Und Goldharfen brachten sie ihm
Sie kleideten ihn dann in elbisches Weiß
Und sandten sieben Lichter vor ihm
Als durch den Calacirian
In das verborgene, verlassene Land ging er
Er kam in die zeitlosen Hallen
Wo der Glanz der unzähligen Jahre fällt
Und endlos herrscht der Ältere König
In Ilmarin auf dem steilen Berg
Und Worte, ungehört, wurden dann gesprochen
Von den Völkern der Menschen und Elben
Jenseits der Welt wurden Visionen gezeigt
Verboten denen, die dort wohnen
O Elbereth Gilthoniel!
Silivren penna míriel
O menel aglar elenath
Gilthoniel, A! Elbereth!
Wir erinnern uns noch, wir, die wohnen
In diesem fernen Land unter den Bäumen
Dem Sternenlicht auf den westlichen Meeren
Ein Schiff, dann neu, bauten sie für ihn
Aus Mithril und aus Elbenglas
Mit leuchtendem Bug; kein geschliffenes Ruder
Noch Segel trug sie auf silbernen Masten
Der Silmaril als Laternenlicht
Und Banner hell mit lebendigem Flamm
Um darauf zu glänzen von Elbereth
Selbst war gesetzt, die dorthin kam
Und schuf ihm unsterbliche Flügel
Und legte auf ihn das unsterbliche Schicksal
Um die grenzenlosen Himmel zu befahren und zu kommen
Hinter die Sonne und das Licht des Mondes
Von den hohen Hügeln der Immerdämmerung
Wo sanft silberne Quellen fallen
Trugen ihn seine Flügel, ein wanderndes Licht
Über die mächtige Bergwand
Vom Ende der Welt wandte er sich ab
Und sehnte sich erneut, um fern zu finden
Sein Heim durch Schatten wandernd
Und brennend wie ein Inselstern
Hoch oben über den Nebeln kam er
Ein ferner Flamm vor der Sonne
Ein Wunder vor der erwachenden Dämmerung
Wo graue die Nordlandgewässer fließen
Und über Mittelerde schritt er hindurch
Und hörte schließlich das schmerzliche Weinen
Von Frauen und Elbenmädchen
In alten Tagen, in Jahren der Vorzeit
Doch auf ihm lastete ein mächtiges Schicksal
Bis der Mond verblassen sollte, ein orbierter Stern
Um zu ziehen und nie mehr zu verweilen
An diesen Hither Shores, wo Sterbliche sind
Für immer noch ein Herold
Eine Botschaft, die niemals ruhen sollte
Um seine strahlende Lampe weit zu tragen
Der Flammifer von Westesse.
Escrita por: J. R. R. Tolkien