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ougenweide

Ougenweide

ougenweide

"Nu ist der küele winter gar zergangen
diu nacht ist kurz, der tac beginnet langen:
sich hebet ein wünneclîchiu zît
diu al der werlde vreude gît,
baz gesungen nie die vogele ê noch sît.

Kómen ist úns ein liehtiu ougenweide:
man siht der rôsen wunder ûf der heide,
die bluomen dringent durch daz gras.
wie schône ein wise getouwet was,
dâ mir mîn geselle zeinem kranze las!

Der walt hât sîner grîse gar vergezzen,
der meie ist ûf ein grüenez zwî gesezzen,
er hât gewunnen loubes vil.
bint dir balde trûtgespil:
dú weist wol daz ich mit einem ritter wil."

Daz gehôrte der mägde muoter tougen.
sî sprach: "behalte hinne vür dîn lougen.
dîn wankelmuot ist offenbâr.
wint ein hüetel um dîn hâr.
dú muost âne die dînen wât, wilt án die schar."

"Muoter mîn, wer gap iu daz ze lêhen
daz ich iuch mîner waete solde vlêhen?
dérn gespunnet ir nie vadem.
lâzet rouwen solhen kradem.
wâ nu slüzzel? sliuz ûf balde mir daz gadem."

Diu wât diu was in einem schrîne versperret.
daz wart bî einem staffel ûf gezerret.
diu alte ir leider nie gesach.
dô daz kint ir kisten brach,
dô gesweic ir zunge, daz sî nicht ensprach.

Dar ûz nam sî daz röckel alsô balde.
daz was gelegen in mager kleinen valde.
ir gürtel was ein rieme smal.
in des hant von Riuwental.
warf diu stolze maget ir gickelvêhen bal.

ougenweide

Ahora el frío invierno ha pasado
la noche es corta, el día comienza largo:
se levanta un tiempo maravilloso
que da alegría a todo el mundo,
cantado nunca antes por los pájaros.

Nos llega un hermoso espectáculo para los ojos:
se ven las maravillas de las rosas en el brezal,
las flores brillan a través de la hierba.
Qué hermosa era la melodía,
cuando mi compañero me coronó con una guirnalda.

El bosque ha olvidado por completo su tristeza,
la primavera se ha sentado en un trono verde,
ha ganado mucho amor.
Pronto serás esposa fiel:
sabes bien que quiero ser la dama de un caballero.

La madre de las doncellas escuchó.
Ella dijo: 'guarda tus mentiras para ti.
Tu corazón vacilante es evidente.
Un viento sopla alrededor de tu cabello.
Debes ir sin tus caprichos, quieres unirte a la multitud.'

'Madre mía, ¿quién les dio el derecho
de exigirme que les entregue mi promesa?
Nunca han hilado su propio hilo.
Dejen que lloren esas lágrimas.
¿Dónde está la llave? Abre pronto esa cerradura para mí.'

La promesa que estaba encerrada en un cofre.
Fue arrastrada por una escalera.
La anciana nunca vio su desgracia.
Cuando el niño rompió su caja,
su lengua se calló y no dijo nada.

De ahí tomó la falda tan pronto.
Estaba escondida en un pequeño yermo.
Su cinturón era una correa delgada.
En la mano de Riuwental.
La orgullosa doncella arrojó su capricho con desdén.

Escrita por: Ougenweide