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Tam Lin

S.J.Tucker

Tam Lin

I forbid ye maidens all
who let fly your lovely hair
to go down to Carterhaugh
for young Tam Lin is there

Janet tied her kirtle green
above her knee and not below
and she's gone to carterhaugh
just as fast as she can go

She's come to the roses growing wild
she's pulled a single one
when a wild young man appears
and cries 'O, lady, let alone!

'How dare you pull my roses out,
How dare you break my tree
How dare you run in these green woods
Without asking leave of me?'

Says Janet fair 'this wood's my own
My father gave it me
And I can pluck myself a rose
Without asking leave of thee.'

Bold as brass, he takes her hand
and color rises to her skin
She looks the young man in the eye
and knows him now for young Tam Lin.

Janet holds her petticoats
well above her dirty knee
and she's gone to her father's hall
just as fast as she can hie.

All the ladies of the court
at their play turn red as rose
except for Janet, fainting fast,
green as growing grass she goes

Out then speaks her father dear,
doting, caring, meek and mild.
'Janet, darling daughter mine,
I fear you go with child.'

'Father, if I be with child,
be sure myself shall bear the blame.
There's not a knight within your hall
shall get the baby's name.
Father, if I be with child,
'twill prove a wondrous birth
for well I swear it's not the get
of any mortal man on earth.'

Janet's tied her kirtle green
When near nine months are gone
And she's away to Carterhaugh,
To speak with young Tam Lin.

But young Tam Lin will not be found
and Janet's in despair
to the forest floor she falls
and swift her lover catches her

Janet asks 'Tam Lin, my love,
why is it in these woods you hide?'
'The queen of faeries stole me hence,
alas, when I was but a child.

'My lordly sire was a skillful man
and hunting he loved well
but I was prey for the faerie Queen
when from my horse I fell.

'Ever since, in yon green hill,
with the Queen I'm bound to dwell
I'd never tire of living there
for Faerie does me well

'But at the end of seven years,
the queen doth pay a tithe to hell
I am so fair and full of flesh,
I fear 'twill be myself.'

Tonight's the night of Halloween,
and the fairy court will ride;
And she that would her true love win
at Miles Cross must bide.

'But how shall I thee ken, Tam-lin?
Or how shall I thee know?
Amang a troupe of faerie knights,
The like I never saw?'

'First let pass the horses black
then let pass the brown
Run ye to the milk white steed
and pull that rider down.

'They will change me in your arms
into a deadly adder
but hold me fast and fear me not
I am the baby's father

'They will change me in your arms
into a bear or lion bold
but hold me fast and fear me not
I am the father of your child

'At last they'll change me in your arms
into a naked knight.
Then cast your mantle over me
and keep me out of sight.'

Gloomy, gloomy, was the night,
And eery was the way,
As Janet in her mantle green
To Miles Cross did hie.

The heavens dressed in baleful black
and all was silent as the grave,
But Janet waited in the dark
Her own true love to save.

Betwixt the hour of twelve and one,
the north wind blew and tore and rent
she heard the elfin bridles ring
upon the wind where e'er it went

Janet stood, with mind unmoved,
The gloomy heath upon,
And louder, louder rang the bells,
As the fairy court came riding on.

And first rode by the night black steeds
and then went by the brown;
then up she ran to the charger pale
and pulled her lover down.

They changed him in her arms to all
the beasts and flames and hateful things,
but she did all that her lover bade
and young Tam Lin she won.

Up then spoke the Faery Queen
An angry queen was she.
'Woe betide the wretch who's ta'en
the best knight of Our company.

'Had I but known, Tam-Lin, she said
What defeat this night I'd see
I'd've stolen both thine eyes
and changed thee fast into a tree.

'Had I but known, Tam-lin, she said
before we left this night to roam,
I'd've et thy heart of flesh
and left thee with a heart of stone!'

Janet tied her kirtle green
above her knee and not below
and she's off to Carterhaugh
as fast as love can go.

Tam Lin

Ich verbiete euch, ihr Mädchen all,
die eure schönen Haare loslasst,
zum Carterhaugh zu gehen,
denn junger Tam Lin ist dort.

Janet band ihr grünes Kleid
über ihr Knie und nicht darunter,
und sie ging zum Carterhaugh,
so schnell sie nur konnte.

Sie kam zu den wild wachsenden Rosen,
sie pflückte eine einzige,
als ein wilder junger Mann erscheint
und ruft: 'O, Dame, lass das sein!

'Wie kannst du meine Rosen pflücken,
wie kannst du meinen Baum brechen?
Wie kannst du in diesen grünen Wäldern rennen,
ohne mich um Erlaubnis zu fragen?'

Sagt die schöne Janet: 'Dieser Wald gehört mir,
mein Vater hat ihn mir gegeben,
und ich kann mir selbst eine Rose pflücken,
ohne dich um Erlaubnis zu fragen.'

Frech wie der Teufel nimmt er ihre Hand,
und Farbe steigt ihr ins Gesicht.
Sie sieht den jungen Mann in die Augen
und erkennt ihn jetzt als junger Tam Lin.

Janet hält ihre Unterröcke
weit über ihrem schmutzigen Knie
und sie läuft zu der Halle ihres Vaters,
so schnell sie nur kann.

Alle Damen am Hof
werden rot wie die Rose beim Spiel,
außer Janet, die schnell ohnmächtig wird,
grün wie das wachsende Gras geht sie.

Da spricht ihr lieber Vater,
liebevoll, fürsorglich, sanft und mild:
'Janet, meine liebe Tochter,
ich fürchte, du bist schwanger.'

'Vater, wenn ich schwanger bin,
sei dir sicher, ich werde die Schuld tragen.
Kein Ritter in deiner Halle
wird den Namen des Babys bekommen.
Vater, wenn ich schwanger bin,
wird es eine wunderbare Geburt sein,
denn ich schwöre, es ist nicht das Kind
eines sterblichen Mannes auf Erden.'

Janet band ihr grünes Kleid,
als fast neun Monate vergangen sind,
und sie macht sich auf zum Carterhaugh,
um mit jungem Tam Lin zu sprechen.

Doch junger Tam Lin ist nicht zu finden,
und Janet ist verzweifelt.
Sie fällt auf den Waldboden,
und schnell fängt ihr Geliebter sie auf.

Janet fragt: 'Tam Lin, mein Liebster,
warum versteckst du dich in diesen Wäldern?'
'Die Königin der Feen hat mich hierher gestohlen,
leider, als ich noch ein Kind war.

'Mein edler Vater war ein geschickter Mann
und das Jagen liebte er sehr,
aber ich war Beute für die Feenkönigin,
als ich von meinem Pferd fiel.

'Seitdem bin ich in diesem grünen Hügel
an die Königin gebunden,
ich würde nie müde werden, dort zu leben,
denn die Feen behandeln mich gut.

'Aber am Ende von sieben Jahren
zahlt die Königin einen Zehnten an die Hölle.
Ich bin so schön und voller Fleisch,
ich fürchte, es wird mich selbst treffen.'

Heute Nacht ist die Nacht von Halloween,
und der Feenhof wird reiten;
und die, die ihren wahren Liebsten gewinnen will,
muss am Miles Cross warten.

'Aber wie soll ich dich erkennen, Tam Lin?
Oder wie soll ich dich wissen?
Unter einer Gruppe von Feenrittern,
die ich nie zuvor sah?'

'Zuerst lass die schwarzen Pferde vorbei,
dann lass die braunen vorbei;
lauf du zum milchweißen Ross
und zieh den Reiter herunter.

'Sie werden mich in deinen Armen
in eine tödliche Natter verwandeln,
aber halte mich fest und fürchte dich nicht,
ich bin der Vater des Babys.

'Sie werden mich in deinen Armen
in einen Bären oder mutigen Löwen verwandeln,
aber halte mich fest und fürchte dich nicht,
ich bin der Vater deines Kindes.

'Zuletzt werden sie mich in deinen Armen
in einen nackten Ritter verwandeln.
Dann wirf deinen Mantel über mich
und halte mich aus dem Blickfeld.'

Düster, düster war die Nacht,
und unheimlich war der Weg,
als Janet in ihrem grünen Mantel
zum Miles Cross eilte.

Der Himmel in düsterem Schwarz gekleidet
und alles war still wie das Grab,
aber Janet wartete im Dunkeln,
um ihren wahren Liebsten zu retten.

Zwischen zwölf und eins,
blies der Nordwind und riss und zerrte,
sie hörte das Klingeln der Elfenzäume
im Wind, wohin er auch ging.

Janet stand, mit unbewegtem Geist,
auf dem düsteren Heidefeld,
und lauter, lauter läuteten die Glocken,
als der Feenhof heranritt.

Und zuerst ritten die schwarzen Pferde vorbei
und dann die braunen;
dann lief sie zum blassen Ross
und zog ihren Geliebten herunter.

Sie verwandelten ihn in ihren Armen
in all die Tiere und Flammen und hassenswerten Dinge,
aber sie tat alles, was ihr Geliebter befahl,
und junger Tam Lin war ihr gewonnen.

Da sprach die Feenkönigin,
eine wütende Königin war sie.
'Wehe dem Unglücklichen, der genommen wurde,
der beste Ritter unserer Gesellschaft.

'Hätte ich nur gewusst, Tam Lin, sagte sie,
welche Niederlage ich diese Nacht sehen würde,
hätte ich dir beide Augen gestohlen
und dich schnell in einen Baum verwandelt.

'Hätte ich nur gewusst, Tam Lin, sagte sie,
bevor wir diese Nacht zum Umherstreifen aufbrachen,
hätte ich dein Herz aus Fleisch gegessen
und dich mit einem Herzen aus Stein zurückgelassen!'

Janet band ihr grünes Kleid
über ihr Knie und nicht darunter,
und sie macht sich auf zum Carterhaugh,
so schnell die Liebe es zulässt.