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Tenemos la música

Tom Liwa

Wir haben die Musik

Wieder einmal fing alles an mit diesem Klopfen an der Tür,
das selten Gutes verspricht aber Geschichten garantiert
Es war mitten in der Nacht und draußen stand eine Frau,
drei Meter groß und schüchtern, traurig und grau
Sie sagte " Du kennst mich nicht - doch ich kenn Deine Lieder,
hab sie alle gehört und Du erzählst immer wieder,
daß niemand wirklich allein ist & daß Du mich verstehst
und jetzt bin ich hier und hoff`ich muß nicht gleich wieder gehn!
Ich bin zu groß - ich paß nicht in meine Familie
und kann nicht aufhören, sie zu hassen nur weil sie mich nicht lieben
Auch Freunde mit denen ich reden könnte hab ich keine
und wenn ich ehrlich bin : am liebsten würd`ich bei Dir bleiben !"
Nicht aus Prinzip, sondern weil ich sie irgendwie mochte
sagte ich erst " bück Dich und komm rein !" und dann, was ich wirklich dachte
" Du wirst ziemlich bald merken, ich bin nur ein Idiot von vielen
UND ich werd mich immer klein neben Dir fühlen !"
darauf sie : " bei uns ist das egal denn wir haben die Musik !"
Langer Rede kurzer Sinn : sie zog bei mir ein
und sie HAT es gemerkt und ich FÜHLTE mich klein,
was uns nicht hinderte, erst Freunde, dann Geliebte zu werden
und alles weitere vorerst unter den Tisch zu kehren
Wenn wir Sex hatten, dann war sie das Meer
und mal als Wal, mal als Nußschale trieb ich auf ihr umher
Sie kam wie die Brandung und spülte mich an Land,
wo ich mich in ihren langen, starken Armen wiederfand
Die Tage vergingen, dann sah ich sie nach ein paar Wochen
immer häufiger verloren in ihrem Frühstück stochern
Ich wußte, es wird nicht mehr lange dauern bis sie geht
wenn ihr die Zerrissenheit schon so auf die Stirn geschrieben steht
dann eines Morgens sagte sie " ich hab was zu erledigen,
genauer jemanden - um mich von einem ewigen
Schmerz ein für alle mal und für immer zu befreien
doch versprich mir vorher eins : Du wirst mir verzeihn ..."
Ich sagte " geh Du nur und erschieß Deine Eltern
aber laß Dich nicht erwischen, paß gut auf Dich auf denn :
groß wie Du bist wird es Dir schwerfallen keine Spuren zu hinterlassen
also vergiß um Himmels Willen nicht das Denken über`s Hassen
und mach Dir um mich keine Sorgen - ich hab ja die Musik !"
Das Licht am Ende des Tunnels ist kein Licht
Es ist nur ein Spiegel und darin spiegeln sich
unsere Suchscheinwerfer - doch wenn wir uns entfernen
sehen wir uns nie ins Gesicht und können auch nicht lernen
wer die sind, die in unserer Haut stecken
weil wir immer nur in allem das andere entdecken
Wir lieben solche Theorien UND
wir tun alles was wir tun aus irgendeinem Grund
Sie ging aus dem Haus mit ihrem Seesack auf dem Rücken
Unten an der Tür sah ich sie sich zum letzten mal bücken
Sie ist nie wiedergekommen doch ich weiß, sie ist da draußen
und sie ist in meinem Herzen : sie ist innen und außen
Ich setzte mich hin und, wie es so meine Art ist,
tat ich genau das, was Du von mir erwartest :
Ich begann damit, ihr Leuchten im Dunkeln zu beschreiben
und es mir in achtundvierzig Versen einzuverleiben
Nein: niemand ist allein ! Und wir haben die Musik ...

Tenemos la música

Una vez más todo comenzó con ese golpeteo en la puerta,
que rara vez promete algo bueno pero garantiza historias.
Era en medio de la noche y afuera estaba una mujer,
de tres metros de altura, tímida, triste y gris.
Ella dijo 'Tú no me conoces, pero yo conozco tus canciones,
las he escuchado todas y siempre cuentas
que nadie está realmente solo y que me entiendes,
y ahora estoy aquí y espero no tener que irme pronto!
Soy demasiado grande, no encajo en mi familia
y no puedo dejar de odiarlos solo porque no me aman.
Tampoco tengo amigos con quienes pueda hablar
y si soy honesta: preferiría quedarme contigo!'
No por principio, sino porque de alguna manera me agradaba,
le dije primero 'agáchate y entra!' y luego, lo que realmente pensaba
'Te darás cuenta muy pronto, soy solo un idiota entre muchos
¡Y siempre me sentiré pequeño a tu lado!'
a lo que ella respondió: 'para nosotros no importa porque tenemos la música!'
En resumen: se mudó conmigo
y se dio cuenta y me sentí pequeño,
lo que no nos impidió primero ser amigos, luego amantes
y dejar todo lo demás por ahora debajo de la mesa.
Cuando teníamos sexo, ella era el mar
y a veces como ballena, a veces como una cáscara de nuez, flotaba sobre ella.
Ella venía como las olas y me arrastraba a la orilla,
donde me encontraba de nuevo en sus largos y fuertes brazos.
Los días pasaron, luego la vi después de unas semanas
cada vez más perdida removiendo su desayuno.
Sabía que no pasaría mucho tiempo antes de que se fuera
si la angustia ya estaba escrita en su frente.
Entonces una mañana dijo 'tengo algo que hacer,
o más bien alguien - para liberarme de un dolor eterno
de una vez por todas y para siempre,
pero prométeme una cosa antes: que me perdonarás...'
Yo dije 've y mata a tus padres
pero no te dejes atrapar, cuídate mucho porque:
tan grande como eres, te costará no dejar rastro
así que por amor a Dios, no olvides pensar en odiar
y no te preocupes por mí - ¡tengo la música!'
La luz al final del túnel no es luz
Es solo un espejo y en él se reflejan
nuestras luces de búsqueda - pero si nos alejamos
nunca nos vemos a la cara y tampoco podemos aprender
quiénes somos, los que están bajo nuestra piel
porque siempre descubrimos lo contrario en todo.
Amamos esas teorías Y
hacemos todo lo que hacemos por alguna razón.
Ella salió de la casa con su mochila en la espalda
Abajo en la puerta la vi agacharse por última vez
Nunca regresó pero sé que está ahí afuera
y está en mi corazón: está dentro y fuera de mí.
Me senté y, como es mi costumbre,
hice exactamente lo que esperas de mí:
Comencé a describir su brillo en la oscuridad
y a grabarlo en cuarenta y ocho versos.
No: ¡nadie está solo! Y tenemos la música...

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