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El hombre es el dueño de sí mismo

Ulrich Roski

Selbst Ist Der Mann

Wenn ich mich morgens in meinen vier Wänden umschau'
Seh' ich alles versinkt in schmucklosem Grau
Die Bretter sind schief und die Kabel hängen schlapp
Und auch die Tapeten geh'n an allen Ecken ab
Die Wollmäuse tummeln sich auf dem Parkett
So geht's nicht weiter, hier sieht's aus wie bei Lehmanns unterm Bett
Es muss Farbe ins Heim, ich entscheide mich kühn
Für schlichte Silberbronze und modisches Grün

Ich geh und kaufe Farbe und Pinsel im Nu
Eine Rolle Tapete und Nägel dazu
Der Verkäufer fragt in leutseligem Ton:
„Ist das Alles?", ich sag: „Ja, 'n Hammer hab ich schon!"
Er guckt dabei so komisch, was hat er nur
Was soll beim Tapezieren schwierig sein, ich hab doch Abitur
In ein, zwei Stunden sind die Dinger doch dran
Do it yourself, selbst ist der Mann!

Zuhaus' stell ich fest, und das ärgert mich sehr:
Die Tapete ist zu lang, also nehm' ich sie quer
Doch da ist sie zu schmal, und ich komm' zu dem Schluss
Dass ich mehrere Steifen unternander nageln muss
Das sieht nicht doll aus, ich überleg' wie ich's schaff
Dass das Ganze nicht so krumpelig wird, sondern straff
Da klingelt es, mein Vetter Gert kommt an
Ein Mensch, der immer alles besser weiß und besser kann

Er sieht meine schlabb'rige Tapete und lacht
Und hätte natürlich alles ganz anders gemacht
„Wie wär's denn mit Kleister?", fragt er schadenfroh
Ich frag' zurück: „Wieso denn Kleister, der klebt ja so?"
Er schlägt vor: „Du holst jetzt mal 'n Kasten Bier
Und reichlich Leim und den Rest überlässt du mir"
Mit Gerd zu diskutieren hat überhaupt keinen Sinn
Also gebe ich nach, weil ich der Klügere bin

Als ich dann bepackt zurückkomme hat Gert
Den Mülleimer auf meinem Schreibtisch entleert
Er füllt ihn mit Wasser, kippt den Kleister hinein
Und saut damit die schöne Tapete ein
Nägel find ich viel hübscher, Gert ruft aufgeregt:
„Jetzt werd'n erst mal ein paar Leitungen unter Putz gelegt!
Ich fang schon mal an und stemm' die Wand auf im Bad
Und du gehst derweil in's Stromgeschäft und kaufst Draht"

Dann legt er einen glitschigen Tapetenschal
Mit der Butterseite auf's Bücherregal
Nun ist alles verklebt, man kann nichts mehr drin lesen
Hab' ja gleich gesagt, nageln wär besser gewesen
Ich geh' los und als ich wiederkomm' ist alles überschwemmt
Gert hat aus Versehen ein Rohr aufgestemmt
Er hält den Finger in's Loch und kommandiert in aller Ruh:
"Geh' mal runter in den Keller, dreh den Haupthahn zu"

Ich tu's, worauf Gert sofort den Rohrbruch vergisst
Und nörgelt: „Guck mal wie wackelig dein Waschbecken ist"
"Find ich nicht", sag ich, da zerrt er und ruckt an der Wand
Triumphiert: „Na sieh'ste!" und hat das Ding in der Hand
Nun bohrt er und dübelt und behauptet dann dreist
Das Waschbecken halte jetzt wie geschweißt
Zum Beweis gießt er Kleister hinein, weil er glaubt
Er habe unten den Abfluss wieder angeschraubt

Hat er aber nicht und so rieselt der Schleim
Auf den Boden und bringt wieder Stimmung in's Heim
Ich schabe und wische und denke verbissen
Tja, Nägel hätt' man bloß wegfegen müssen
Gert entdeckt unterdessen meine Farben und erklärt:
„Mensch Junge, du hast ein' Geschmack wie ein Pferd!
Mit dem Grün streichst du die Kellertür, da sieht man's nicht so
Und die Silberbronze schüttest du am besten ins Klo"

Doch ich denke nicht dran und streich' aus Protest
Meinen Schreibtisch mit dem Silber und trinke den Rest
Als Gert, der auf der Leiter steht, das sieht macht er schlapp
Und bricht im Runterfall'n noch das Waschbecken ab
Er jammert: „Bier her!", doch der Kasten ist leer
Da macht er sich verzweifelt über die grüne Farbe her
Die leere Büchse schmeißst er durchs Fenster und schreit:
„Feierabend! Mir reicht's für heut'!"

Ich hab mich noch mal in den vier Wänden umgeschaut
Und bestürzt gedacht, nun ist alles versaut
Kein Wasser, keine Scheiben, kein leimfreies Buch
Das Beste ist, wenn ich 'ne neue Wohnung such'
Es kann ruhig eine sein in einem älteren Haus
Kleine Schönheitsreparaturen führ' ich gerne selber aus
Und wenn es sein muss, fang' ich gleich morgen an
Do it yourself, selbst ist der Mann!

El hombre es el dueño de sí mismo

Cuando miro a mi alrededor en mis cuatro paredes
Veo todo sumido en un gris sin adornos
Las tablas están torcidas y los cables cuelgan flojos
Y los papeles pintados se despegan en todas partes
Las pelusas se divierten en el parqué
Así no se puede seguir, aquí parece como debajo de la cama de los Lehmann
Debe haber color en el hogar, decido audazmente
Por un sencillo bronce plateado y un verde moderno

Voy y compro pintura y pinceles al instante
Un rollo de papel tapiz y clavos también
El vendedor pregunta de manera amigable:
'¿Es todo?', yo digo: 'Sí, ya tengo un martillo'
Él me mira de forma extraña, ¿qué le pasa?
¿Qué puede ser tan difícil al empapelar si tengo un título universitario?
En una o dos horas las cosas estarán puestas
¡Hazlo tú mismo, el hombre es el dueño de sí mismo!

En casa me doy cuenta, y esto me molesta mucho:
El papel tapiz es demasiado largo, así que lo corto
Pero luego es demasiado estrecho, y llego a la conclusión
De que debo clavar varias tiras una debajo de la otra
No se ve bien, pienso en cómo lograr
Que todo no quede tan arrugado, sino tenso
En ese momento suena el timbre, llega mi primo Gert
Una persona que siempre sabe y puede hacer todo mejor

Él ve mi papel tapiz desaliñado y se ríe
Y por supuesto, habría hecho todo de manera diferente
'¿Qué tal con pegamento?', pregunta burlón
Yo respondo: '¿Por qué pegamento, si pega tanto?'
Él sugiere: 'Ahora ve a buscar una caja de cerveza
Y suficiente pegamento, y el resto déjamelo a mí'
Discutir con Gerd no tiene sentido alguno
Así que cedo, porque soy el más sabio

Cuando regreso cargado, Gert
Ha vaciado el cubo de basura en mi escritorio
Lo llena de agua, vierte el pegamento dentro
Y ensucia así el hermoso papel tapiz
Encuentro que los clavos son mucho más bonitos, Gert exclama emocionado:
'¡Ahora vamos a colocar algunas líneas eléctricas bajo la pared!
Yo empiezo a picar y abrir la pared en el baño
Y tú ve al negocio de electricidad y compra alambre'

Luego coloca un resbaladizo trozo de papel tapiz
Con el lado de la mantequilla en la estantería de libros
Ahora todo está pegado, no se puede leer nada en él
Ya lo dije, clavar hubiera sido mejor
Me voy y cuando regreso todo está inundado
Gert ha abierto accidentalmente una tubería
Pone el dedo en el agujero y ordena con calma:
'Ve al sótano, cierra la llave principal'

Lo hago, entonces Gert olvida de inmediato la ruptura de la tubería
Y se queja: 'Mira qué inestable está tu lavabo'
'No lo veo', digo, él tira y jala de la pared
Triunfa: '¡Ahí lo ves!' y tiene el lavabo en la mano
Luego taladra, coloca tacos y afirma con descaro
Que el lavabo ahora se mantiene como soldado
Como prueba, vierte pegamento dentro, porque cree
Que ha vuelto a atornillar el desagüe de abajo

Pero no lo hizo y así el pegamento se desliza
En el suelo y vuelve a darle vida al hogar
Raspo y limpio y pienso con obstinación
Bueno, los clavos simplemente deberían haberse barrido
Mientras tanto, Gert descubre mis pinturas y declara:
'¡Hombre, tienes un gusto como un caballo!
Con el verde pintas la puerta del sótano, allí no se notará tanto
Y el bronce plateado lo echas mejor por el retrete'

Pero yo no pienso en eso y pinto en protesta
Mi escritorio con la plata y bebo el resto
Cuando Gert, que está en la escalera, lo ve, se desmaya
Y al caerse rompe aún más el lavabo
Él pide: '¡Trae cerveza!', pero la caja está vacía
Entonces se desespera con la pintura verde
Tira la lata vacía por la ventana y grita:
'¡Fin de la jornada! ¡Ya es suficiente por hoy!'

Vuelvo a mirar a mi alrededor en mis cuatro paredes
Y con consternación pienso, ahora todo está arruinado
Sin agua, sin ventanas, sin libros sin pegamento
Lo mejor es buscar un nuevo apartamento
Puede ser uno en una casa más antigua
Pequeñas reparaciones las hago con gusto yo mismo
Y si es necesario, empiezo mañana mismo
¡Hazlo tú mismo, el hombre es el dueño de sí mismo!

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